Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz wirft so einige Fragen auf. Hier finden Sie nun die wichtigsten für Sie beantwortet. Gerne beraten wir Sie auch direkt vor Ort! Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und wir vereinbaren einen Termin.

Die BKF-Grundqualifikation

Warum gibt es das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz?

Die Europäische Union hat sich viele Gedanken über die Sicherheit und einen gemeinsamen Bildungs- und Ausbildungsstand aller Berufskraftfahrer in der EU gemacht. Das Ergebnis ist die EU - Richtlinie 2003/59/EG vom 15.06.2003.
In Deutschland wurde als Folge der EU-Richtlinie von der Bundesregierung am 14.08.2006 das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) sowie die Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung – BKrFQV) vom 22.08.2006 erlassen. Dieses Gesetzt regelt die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- oder Personenverkehr zum Zwecke der Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr.

Allgemeine Grundlagen

Fahrerinnen und Fahrer, die Werk-, Güterkraft- oder Personenverkehr auf öffentlichen Straßen durchführen, müssen eine Grundqualifikation und später in einem periodischen Turnus von 5 Jahren eine Weiterbildung nachweisen. Betroffen sind Fahrerinnen und Fahrer, die mit Kraftfahrzeugen Fahrten im Güterkraft- oder Personenverkehr zu gewerblichen Zwecken auf öffentlichen Straßen durchführen, für die eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE erforderlich ist.

Verpflichtung zur Grundqualifikation

Zur Grundqualifikation verpflichtet sind grundsätzlich alle selbständigen und angestellten Fahrerinnen und Fahrer, die

  • deutsche Staatsangehörige sind,
  • Staatsangehörige eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum sind oder
  • Staatsangehörige eines Drittstaates sind und in einem Unternehmen mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum beschäftigt oder eingesetzt werden und Fahrten zu gewerblichen Zwecken (dies umfasst auch Werkverkehr und Transporthilfstätigkeiten) auf öffentlichen Straßen durchführen und folgende Kraftfahrzeuge nutzen:
  • Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht im Güterkraft- und Werkverkehr (Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE) oder
  • Fahrzeuge mit mehr als 8 Fahrgastplätzen im Personenverkehr
    (Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D, DE)

Dazu zählen auch folgende Fahrergruppen:

  • Müllfahrzeuge
  • Abschleppunternehmen
  • Möbeltransporter
  • Busse für Behindertentransporte
  • Krankentransporten mit der FS Kl. C1 in Fahrzeugen mit einem zulässigem Gesamtgewicht von mehr als 3,5t.

Ausnahme

Keine Pflicht zur Grundqualifikation besteht für Fahrerinnen und Fahrer,

  • die im Güterkraft- bzw. Werkverkehr eingesetzt werden und den Führerschein vor dem 10. September 2009 erworben haben
  • die im Personenverkehr eingesetzt werden und den Führerschein vor dem 10. September 2008 erworben haben

-->Dieser Personenkreis ist jedoch zur Weiterbildung verpflichtet.

Formen der Grundqualifikation

Hinsichtlich der Art der Grundqualifikation gilt es zwischen zwei Formen zu unterscheiden:
Grundqualifikation und beschleunigte Grundqualifikation
(Hinweis: Der Erwerb der Grundqualifikation bzw. beschleunigten Grundqualifikation ist jeweils von einem bestimmten Mindestalter abhängig, welches im BKrFQG festgelegt ist).

Grundqualifikation (GQ)Beschleunigte Grundqualifikation (bGQ)
  • Bedingungen:
    • Berufsausbildung als Berufskraftfahrer, Fachkraft im Fahrbetrieb oder vergleichbarer Ausbildungsberuf
    • Besitz der Fahrerlaubnisklasse C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE
  • Erhalt der Grundqualifikation durch IHK-Prüfung mit hohen Anforderungen
  • theoretischer Unterricht nicht zwingend, aber ratsam
  • bei Personenverkehr vom Alter abhängig
  • Teilnahme an 140-Stunden Lehrgang inkl. Nachweis erforderlich
  • Erhalt der Grundqualifikation durch theoretische IHK-Prüfung in Wohnortnähe
  • keine Fahrerlaubnis erforderlich
  • vom Alter abhängig

Mindestalter für die Grundqualifikationen

ArtC1/C1EC/CE
GQ 18 18
Beschl. GQ 18 21
BKF/FiF 18 18

Erwerbsmöglichkeiten der Grundqualifikation

AusbildungPrüfung
Erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung in den Ausbildungsberufen „Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin“ oder „Fachkraft im Fahrbetrieb“ oder einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden Erfolgreiche Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung über insgesamt 7 ½ Stunden bei der (für den Wohnsitz des Bewerbers zuständigen) IHK. Für die Prüfungszulassung ist der Besitz der entsprechenden Fahrerlaubnisklasse erforderlich.

Erwerb der beschleunigten Grundqualifikation

Die beschleunigte Grundqualifikation wird erworben durch Teilnahme an einem Lehrgang von insgesamt 140 Stunden (zu je 60 Minuten) bei einer anerkannten Ausbildungsstätte, wie der Steffen Tobermann GmbH, sowie die erfolgreiche Ablegung einer theoretischen Prüfung über insgesamt 90 Minuten bei der (für den Wohnsitz des Bewerbers zuständigen) IHK.
Eine Fahrerlaubnis für Busse oder LKW muss für die beschleunigte Grundqualifikation nicht vorliegen.

Die BKF-Weiterbildung

Die Weiterbildung ist im Abstand von jeweils fünf Jahren zu wiederholen. Sie betrifft alle Fahrer, also sowohl die Fahrer, die die Grundqualifikation bzw. beschleunigte Grundqualifikation erworben haben, als auch die, für die aufgrund des (frühzeitigen) Erwerbs der Führerscheinklasse für Busse und/oder LKW vor den Stichtagen keine Pflicht zur Grundqualifikation/beschleunigten Grundqualifikation besteht.
Die Weiterbildung erfolgt in Lehrgängen mit mindestens 35 Unterrichtsstunden (zu je 60 Minuten)
in zertifizierten Ausbildungsstätten, wie der Steffen Tobermann GmbH. Diese 35 Pflichtstunden können in einzelne “Blöcke“ von mindestens 7 Stunden aufgeteilt werden. Die Teilnahme an den einzelnen Weiterbildungsblöcken ist durch Teilbescheinigung nachzuweisen. Eine Abschlussprüfung ist nicht vorgesehen.

Nachweis der ersten Weiterbildung

Fahrer und Fahrerinnen, die eine Grundqualifikation/beschleunigte Grundqualifikation erworben haben, sind grundsätzlich 5 Jahre nach dem Erwerb der Qualifikation zur Vorlage ihrer ersten Weiterbildung verpflichtet. Um diesem Personenkreis die Angleichung der Termine für die Weiterbildung an den Termin der Verlängerung des Führerscheins zu ermöglichen, besteht für die erste Weiterbildung die Möglichkeit, die Frist von 5 Jahren einmalig um 2 Jahre zu verkürzen oder zu verlängern.

Fahrer und Fahrerinnen, die keine Grundqualifikation bzw. beschleunigte Grundqualifikation absolvieren müssen, sind grundsätzlich innerhalb der folgenden Fristen zur ersten Weiterbildung verpflichtet:

  • Fahrer / Fahrerinnen von Bussen bis zum 10. September 2013 und
  • Fahrer / Fahrerinnen von Lkw bis zum 10. September 2014.

Um auch diesem Personenkreis die Angleichung der Termine für die Weiterbildung an den Termin der Verlängerung des Führerscheins zu ermöglichen, ist auch hier für die erste Weiterbildung eine Übergangsregelung getroffen worden. Den Nachweis über die Weiterbildung muss dieser Personenkreis spätestens zu folgenden Terminen vorlegen:

  • Fahrer / Fahrerinnen von Bussen bis zum 9. September 2015 und
  • Fahrer / Fahrerinnen von Lkw bis zum 9. September 2016.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Geltungsdauer der entsprechenden Bus- bzw. Lkw-Klasse zwischen dem 10. September 2013/2014 und dem 9. September 2015/2016 endet.

Nachweis der Qualifikation

Die Grundqualifikation bzw. beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung werden durch den Eintrag der Schlüsselnummer “ 95“ (einschließlich Geltungsdauer) im Führerschein in der Spalte 12 nachgewiesen.

Hinweis:
Bei der Verlängerung der Fahrerlaubnisklassen sollte darauf geachtet werden, dass zeitgleich die Eintragung der Schlüsselnummer 95 erfolgt. Die Schlüsselnummer 95 sollte dann die gleiche Befristung erhalten wie die Befristung der Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C und CE bzw. D1, D1E, D und DE.

Strafen bei Nichteinhaltung

Die gesetzlichen Vorschriften sind europaweit gültig und werden von den jeweiligen Ländern umgesetzt.
Sollte ein Fahrer nicht die nötigen Nachweise besitzen, so erwartet den Unternehmer, der die Touren anordnet, ein Bußgeld zwischen 400 bis zu 20 000 Euro.
Den Fahrern ohne gültige Befähigung drohen Strafen von 100 bis zu 5000 Euro.

Befreiung für das BKrFQG

Das BKrFQG gilt nicht für den privaten Bereich oder für Fahrzeuge, die mit den Führerschein B gefahren werden dürfen. Außerdem gilt das BKrFQG nicht für:

  • Kraftfahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h
  • Kraftfahrzeuge der Bundeswehr, Polizei, Zoll, dem zivilen Katastrophenschutzes, der Feuerwehr oder der Rettungsdienste
  • Kraftfahrzeuge die zur Reparatur- oder Wartungszwecke, neu oder umgebaut wurden und noch nicht in Betrieb sind (kurzum, Werkstattfahrten oder Fahrten von Prüfern oder Sachverständigen, die in der Regel nicht gewerblich das Fahrzeug nutzen)
  • Kraftfahrzeugen zur Beförderung von Material oder Ausrüstung, das der Fahrer oder die Fahrerin zur Ausübung des Berufes verwenden, sofern es sich beim Führen des Kraftfahrzeuges nicht um die Hauptbeschäftigung handelt
    (z. B. Maler, Maurer, usw. Personen deren Geschäft nicht die Güterbeförderung oder die Personenbeförderung ist).
  • Fahrschulfahrzeugen

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